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  • Leider können wir bis 28.12. 2022 keine Reparaturen mehr durchführen! Wir bitten um ihr Verständnis Gründe: Ausbildungszeit im Meisterkurs fehlende Mitarbeiter und dass Menschen oft 4 Monate auf ihr einziges Paar orthopädische Schuhe warten müssen) Alle orthopädischen Arbeiten (Einlagen, Schuhzurichtungen) werden weiterhin durchgeführt

     

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Orthopädieschuhtechnik

Während das

  • Handwerk des Schuhmachers die Basis ist,
  • das medizinische Wissen gelernt werden kann,
  • und die technischen Innovationen immer mehr möglich machen,

verlässt sich die Orthopädieschuhtechnik auch auf das Gespräch, das Angreifen und Zuhören und die dazugehörige langjährige Erfahrung.

 was wirkt wie und wo?

 Eine kleine Leistungsschau der Orthopädieschuhtechnik: 

Zur Leistungsschau der Orthopädieschuhtechnik

Herausforderung

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Technik und Digitalisierung in der Orthopädieschuhtechnik

In der Orthopädieschuhmacher-Werkstatt profitieren wir von vielen technischen Entwicklungen in vielen Fachbereichen...

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Die Orthopädieschuhtechnik ist eine Herausforderung 

  • an Können, Wissen und Erfahrung und
  • an die Verantwortung gegenüber dem Produkt und den Menschen.

Mobilität

Die eigene Bewegungsfreiheit ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Um diese zu erhalten oder zu erlangen erstellen wir individuelle und innovative Konzepte, die eine selbständige und schmerzfreie Mobilität unterstützen.

Orthopädie

Die Orthopädie ist die „Wissenschaft von der Erkennung und Behandlung von Schäden und Fehlhaltungen des menschlichen Bewegungsapparats“
Als Orthopädieschuhmacher ist es unsere Aufgabe, angeborene oder erworbene Probleme des Bewegungsapparates –speziell der unteren Extremitäten - auszugleichen.

Weiterbildung

Neueste Kenntnisse über Schädigungen und Krankheiten und deren Versorgung und das Wissen über neue Techniken und Materialien machen ständige Weiterbildung notwendig.

Erfahrungen kann man nur mit der Zeit erwerben, und werden auch von Generation zu Generation weitergegeben.

Talent und handwerkliche Fertigkeit sind eine Grundvoraussetzung für genaues Arbeiten um ein gutes Produkt zu erstellen.

Menschlichkeit:
                               Natürlich könnten wir auch rein technisch unsere Arbeit erledigen.
Aber

  • die Zeit für ein Gespräch,
  • einen Austausch an Erfahrungen und Wünsche,
  • vielleicht einmal einfach nur zuhören,

auch das gehört für uns dazu, und es zahlt sich aus, 

denn nur so können unsere Produkte
über die reine Funktionalität hinaus, auch wirklich passen und angenommen werden. 

Was wirkt wie und Wo?

stützen, Führen oder Entlasten 

Die Orthopädieschuhtechnik kann durch Stützen, Führen oder Entlasten wirken.
Eine kleine Leistungsschau der Orthopädieschuhtechnik: Und die meisten Elemente lassen sich auch problemlos in Ihren Schuh einbauen!

Die Fußsohle ist die Auftrittsfläche des Körpers am Boden. Damit ist sie die Basis in der Statik beim aufrechten Stehen und Gehen. Das Körpergewicht übt Druck auf die Fußsohle aus.

Wenn man bedenkt, dass man in der Bewegung (beim Gehen oder Laufen) in vielen Phasen nur mit einem Fuß den Boden berührt, und dabei meist nicht mit der ganzen Fußsohle, kann man sich vorstellen, wie viel Gewicht und somit Druck der Fuß und seine Knochen und Bänder aushalten muss:

Bei jedem Schritt mindestens das ganze Körpergewicht, teilweise verteilt auf nur einige Quadratzentimeter.

Dieser Druck und verschiedene andere Faktoren tragen dazu bei, dass die Bänder, die den Fuß in Form halten, nachgeben können. Es bilden sich Fehlstellungen.

Damit der Fuß diesem hohen Druck besser standhalten kann, ist es sinnvoll, den Fuß zu unterstützen und damit die Auftrittsfläche zu vergrößern, Stellen unter überbelasteten Regionen zu Betten oder Führungselemente anzubringen, um ein optimales Gangbild zu erreichen:

Stützen & Entlasten

Von der Fußsohle her kann der Fuß unterstützt werden, indem im Längsgewölbe oder im Quergewölbe eine entsprechende Stütze eingebaut wird. Zusätzlich bietet die Abstützung hinter den Mittelfußköpfchen eine gute Entlastung, Eine Unterstützung der Mittelfußköpfchen zwei bis vier bringt die Gelenke im Ballenbereich wieder in die richtige Stellung.

Speziell die Ferse, der Vorfuß aber auch andere Regionen an der Fußsohle können besonders druckentlastet werden. Durch die gezielte Weich- oder Hohllegung einer Partie kann auch eine totale Druckfreiheit erreicht werden. Dies ist speziell bei offenen Stellen am Fuß, nach Operationen oder Amputationen wichtig.

Führen & Entlasten

Die Rolle

Das Anbringen einer Rolle bewirkt eine Korrektur des Schrittverlaufes und/oder eine Bewegungseinschränkung und dadurch die Entlastung in einem Gelenk, oder einer Gelenkgruppe. Speziell bei Gelenksarthrosen ist so eine Veränderung eine Erleichterung, da Schmerzen reduziert werden.

Je weiter hinten der Scheitelpunkt der Rolle liegt, desto weiter hinten wirkt diese auf ein Gelenk. Liegt der Scheitelpunkt der Rolle etwa knapp hinter dem Großzehengrundgelenk, wirkt die Rolle entlastend auf die Großzehe, liegt er knapp vor der Ferse, bleibt also nur eine kleine Standfläche am Schuh,entlastet sie das obere Sprunggelenk oder das Knie

Dämpfender Keil

Ein dämpfender Keil im Absatz bewirkt eine Entlastung der Ferse, des Sprunggelenkes, des Knies und der Hüfte bei jedem Schritt – wirkt aber auch noch weiter auf die Wirbelsäule.

Versteifungen

Mit einer Versteifung in der Einlage oder an der Schuhsohle kann ein Gelenk dann vollkommen still gelegt werden, und ein arthrotischer Schmerz verhindert werden.

Sohlenranderhöhung

Des Weiteren bietet sich auch die Möglichkeit, mit einer Sohlenranderhöhung eine Druckverlagerung von innen nach außen oder von außen nach innen zu erzwingen. Diese kann auf das Sprunggelenk genauso wirken, wie auf das Knie.

Absatz- und Sohlenverbreiterung

Eine zusätzliche Verbesserung der Statik und der Gangsicherheit wird durch eine Absatz- bzw. eine Sohlenverbreiterung bewirkt. (speziell bei Lähmungen, Spasmus, Gleichgewichtsstörungen,…)

Einseitige (links oder rechts) Sohlenerhöhung

Eine einseitige (links oder rechts) Sohlenerhöhung wirkt sich auf die Stellung des Beckens aus und kann einen Beckenschiefstand und eine Skoliose korrigieren.

Schaftänderungen

Eine Führung oder Versteifung ist auch im Schaft möglich, um ein Wegkippen des Fußes nach innen oder außen (Knickfuß, Klumpfuß) zu verhindern. Bei Lähmungen machen Versteifungen im Schaft und Führungen mittels Rollen und Sohlenverbreiterungen ebenfalls Sinn.

Polsterungen und Freilegungen

Auch Polsterungen und Freilegungen sind im Schaftbereich möglich und können Schmerzen oder offene Stellen im Knöchelbereich, am Fußrücken oder im Wadenbereich verhindern.

Druckschutzorthesen & Zehenkorrekturschienen

Kleine Druckschutzorthesen tun speziell im Zehen- und Ballenbereich ihre Wirkung und können entlasten, Schmerzen nehmen und offene Stellen zum Heilen bringen.

Technik und Digitalisierung in der Orthopädieschuhtechnik

Die grundsätzliche Technik des Schuhhandwerks hat sich eigentlich seit dem Mittelalter nicht verändert: Das Schuhoberteil aus Leder wird über den Leisten gezwickt und damit angeformt - Holzsohlen oder Ledersohlen wurden dann auf den Schuh montiert (genäht oder genagelt) 

Die Art und Weise und die Variationsmöglichkeiten der Arbeitsschritte haben sich durch die  
vielen technischen Entwicklungen im letzen Jahrhundert aber sehr verändert 

Thermoplastische Materialien sind verformbar und halten dann die, unter Wärme und Druck angepresste, Form auch im ausgekühlten Zustand.

mechanik 

Schleifmaschinen, Nähmaschinen, computerunterstützte Schärfmaschine, Vakuumpresse, Heißluftfön etc. erleichtern die Arbeit, müssen aber auch richtig verwendet und gewartet werden.

chemie

Die vielleicht größte Entwicklung des 20. Jhd
war die Herstellung von Kleb-, und Kunststoffen:

Klebstoffe ersetzen die aufwändige Näharbeit im Bodenbau
und machen die Schuhe leichter und flexibler.
Gummi und Kunststoffe finden als Sohlen ihre Verwendung, dadurch wurden die Schuhe wiederum leichter und passen sich besser dem Untergrund an.

Kunststoffversteifungsmaterialien die oft über den Leisten laminiert werden, werden zu passgenauen Stützelementen, die als Schiene oder als Einbauelement in den Schuhen Verwendung finden.

Digitale Computertechnik

In den letzten Jahren war das Schlagwort die Digitalisierung.

 
Es ist grundsätzlich möglich in einen 3 D- Scanner zu steigen und danach in einem 3D Grafik Programm eine Einlage oder einen Leisten zu erstellen, diesen dann an eine 3 D Fräse oder einen 3D Drucker zu schicken. Wenige Tage später hat man den hoffentlich passenden Leisten, die passende Einlage im Haus. Nur ganz so einfach ist es nicht:

Wir versuchen die Technik dort zu nützen,
wo sie unsere Arbeit unterstützt aber auch zu uns passt.

So verwenden wir ein digitales Schnittprogramm zum Herstellen unserer Schuhschnittmuster. Nach etwa 3 Jahren Lernphase sind wir nun soweit, unsere gesamte Schuhkollektion in digitaler Form sinnvoll und (meist auch) zeitsparend am PC weiterzuentwickeln.

Großer Vorteil ist bei guter Dokumentation (!), dass das Wissen und die Erfahrung nun auch der nächsten Generation zur Verfügung stehen.

Im Einlagen- und Leistenbau verwenden wir keine digitalen Techniken.

So eine Neuentwicklung des Herstellungsprozesses wäre ein sehr zeit-, und kostenintensives Projekt.

Aber wir haben auch noch andere Gründe,
warum uns die Digitalisierung im Einlagen- und Leistenbau (noch?) nicht zusagt:

  • Das Fräsen von Einlagen produziert wesentlich mehr Kunststoffmüll als das Tiefziehverfahren.
  • Mit der digitalen Erstellung von Leisten bleibt zwar das Know-how im Betrieb, aber die Fertigung muss auf jeden Fall auswärts erfolgen. Dadurch machen wir uns abhängig und es entstehen zusätzliche Schnittstellen: Vom Scanner zum Programm, das Programm selbst und vom Programm zur Ausgabedatei für die Fräse, was auch nicht immer reibungslos verläuft.
  • Ein Scan ersetzt die Untersuchung auf Mobilitätseinschränkungen, Funktionalität und die Möglichkeiten der Korrektur der Fehlstellung, nicht. D.h. eine „echte“ Untersuchung muss immer auch stattfinden.
  • Die sinnvolle Handhabung eines 3 D Modellprogrammes am Computer braucht einiges an Lernzeit und Übung.
  • Wenn die Lieferketten nicht funktionieren, nutzt die beste digitale Technik nichts.

Wo die digitalen Möglichkeiten in den nächsten Jahren
leistbarer und eventuell sinnvoll einsetzbar wären: 

  • Zum Vermessen von Beinen für die Anpassung von Kompressionsstrümpfen
  • Zur Analyse im Bewegungsablauf z.B. durch eine Analysesoftware im Laufbereich
  • Zur Insohlendruckmessung bei Diabetesversorgung 

Wir bleiben jedenfalls dran an den neuersten Trends. Internationale Kongresse und Messen geben da einen guten Überblick. (Letzte Messe: Köln im Oktober 2022)

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